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German Cup 1997 - Newcomer Trophy
am 21./22. Juni 1997 in Donaueschingen
Dauerregen, Aufenthalt im Freien und trotzdem Bombenstimmung - was kann das
sein? Natürlich Retriever-Arbeit bei Retriever-Wetter! So ging es Glamis
und mir am Samstag 21. Juni 1997 im Reiterstadion und umgebenden Park von Donaueschingen
(Gelände des Fürsten zu Fürstenberg). Im Rahmen des German Cups wurden an diesem Tag
die Neulinge im Working-Test-Wesen von Ralph Klieber aus Österreich
gerichtet. Es sollte für die 14 anwesenden Hunde 5 Aufgaben geben.
Aufgabe 1
Die erste Aufgabe war eine Einzelmarkierung, bei der vor dem zurückkehrenden Hund ein
Verleitdummy flog. Dieses durfte dann zu Glamis Ärger nicht sie, sondern
ihre Führerin holen und wir bekamen ein paar Strafpunkte, weil sie bereits
2 Schritte in die Richtung gemacht hatte. Allerdings sah die Sache bei den meisten
anderen auch nicht besser aus - so einfach die Übung schien, so früh
am Morgen und als allererstes ließen sich die jungen Hunde nur zu gerne
verleiten!
Aufgabe 2
Als zweites kam eine Doppelmarkierung, bei der 2 Hunde mit Führern im Abstand
von vielleicht 3 m standen. Zuerst musste der eine Hund beide Dummies arbeiten,
dann wurde wieder geschossen und geworfen und der andere arbeitete beide. Bei
3 oder 4 der Paare sprang ein Hund unhaltbar ein - wir hatten hier aber Glück,
bzw. Glamis hatte sich an die Forderung nach Steadiness gewöhnt und machte
von nun an in dieser Beziehung keine Probleme mehr.
Aufgabe 3
Bei der dritten Übung saßen dann drei Hunde in einer Linie und beobachteten
eine "Treibjagd", die etwa 20 m vor ihnen hinter einem Gebüsch mit lautem
Getöse, vielen Schüssen und vielen, bis auf 5 m zu uns fliegenden
Dummies ablief. Sie mussten ruhig sitzen bleiben (es gab auch hier wieder viele
Einspringer), sich anschließend um 180 Grad umdrehen und in die entgegengesetzte
Richtung schicken lassen, wo vorher während der Jagd ein einzelner Schuss
gefallen war und wo im tiefen Gras etwa 30 m entfernt von den Hunden viele Dummies
lagen. Sie mussten also glauben, dass die vorne gefallenen, sichtigen Dummies
nicht die richtigen waren, sondern dass da in der Entfernung noch eins lag.
Die meisten schafften das, einige tauschten dann noch, was natürlich auch
streng verboten war.
Aufgabe 4
Vierte Übung war nach der Mittagspause die Wasserarbeit an einer recht
breiten Stelle der Donau. Es war eine Einzelmarkierung, und keiner der Hunde
hatte Probleme, wenn auch einige mehr als die anderen erst die geeignete Einstiegsstelle
suchen mussten, um nicht so sehr durch die Brennesseln laufen zu müssen.
Aufgabe 5
Als letztes gab es eine Frei-Verloren-Suche, zu der auf einer gemähten
Wiese ein "Dickicht" aus abgesägten Bäumen und großen Ästen
angehäuft war. Für jeden Hund (es wurde wieder in Dreier-Gruppen gearbeitet)
wurde ein Schuss abgegeben und lagen 2 Dummies im Gestrüpp. Es wurde abwechselnd
gearbeitet. Ich musste Glamis, die in jedes Dickicht geht, wenn sie geschickt
wird, erst ein bisschen animieren, dort hineinzuspringen - die Situation war
ihr wohl ein bisschen zu künstlich. Sie brachte aber beide und war auch
schön schnell.
Nun stellte sich heraus, dass noch zu viele Hunde mit ähnlicher Punktzahl
da waren, um in eine Reihenfolge gebracht werden zu können, deshalb gab
es als
Zusatzaufgabe
und damit als 6. (pro Aufgabe gab es 20 Punkte, also max. 120) ein Walk Up
mit jeweils 2 Hunden und man merkte den fortgeschrittenen Tag und die Müdigkeit
der Hunde daran, dass es nur noch wenige Einsprünge gab.
Es gab danach immer noch eine Spitzengruppe von 5 Hunden - die kamen, nachdem
alles per Computer berechnet war, ins
Stechen
Wir waren auch dabei und es machte Spaß, auf ein etwa 80 m entferntes,
im hohen Gras befindliches Dummy einzuweisen. Glamis hatte die Sache offenbar
ganz gut gemacht, denn wenn sie auch nicht mit den beiden österreichischen
Labbi-Jungen ins letzte Stechen um den 1. und 2. Platz kam (die beiden mussten
nochmal über die Donau schwimmen und am anderen Ufer das von Ralph Klieber
mit Meisterwurf und unter Applaus hinübergeworfene Dummy suchen), so wurde
sie doch schließlich Dritte - ein respektables Ergebnis, wenn man bedenkt,
dass Frauchen Null Ahnung hatte. Der Hund muss also sehr gut sein!
Der Tag in Donaueschingen war nicht nur von Jens Swadzba und seiner Mannschaft
hervorragend organisiert (bis auf den fehlenden Draht zu Petrus), sondern auch
durch die freundliche, aufmunternde und beruhigende Art von Ralph Klieber und
durch den durch sportliche Fairness bestimmten Umgang der Teilnehmer untereinander
ein großartiges Erlebnis für uns.
Ursel mit Glamis

Die drei Platzierten:
Buttermead Chieftain mit Führer Adi Berger
Buttermead Crusader mit Führer Dr. Robert Kaserer
Jolly Goblin's Glamis Guenole mit Führerin Dr. Ursula Friedrich
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